Kurz gesagt: Diesen Winter kannst du in Österreich mit einem Bruttomonatslohn von rund 2.000–2.700 € für Einstiegsjobs (Housekeeping, Rezeption) und 2.000–4.900 € für Service und Küche rechnen. Frankreich und Italien liegen in ähnlichen, meist etwas niedrigeren Bereichen – vor allem, wenn man Österreichs verpflichtendes 13. und 14. Gehalt herausrechnet. Fast überall gehören kostenlose Mitarbeiterunterkunft und Verpflegung zum Job dazu – und das ist für dein tatsächliches Einkommen oft mehr wert als die Zahl ganz oben im Angebot.
Das ist die Kurzfassung. Hier das vollständige Bild nach Land und Position, damit du weißt, was dich erwartet, bevor du unterschreibst. Die folgenden Zahlen stammen aus einer Auswertung aktueller Stellenanzeigen in Österreich, Frankreich und Italien, zusammengestellt vom slowenischen Wirtschaftsmedium Finance.si im August 2026, abgeglichen mit den eigenen Stellenanzeigen von SeasonHop und den slowenischen Lohnstatistiken.
Wo diesen Winter wirklich Jobs sind
Aktuell wird am stärksten für Österreich, Frankreich, Finnland, Norwegen und Italien eingestellt, mit etwas kleinerem Volumen in der Schweiz und Spanien. Die meisten Stellen setzen die Staatsbürgerschaft eines EU-Landes (oder eine gültige Arbeitserlaubnis) sowie mindestens eine vorherige Saison Erfahrung voraus, häufig auch einen Führerschein. Für Positionen mit Gästekontakt werden fast überall Englischkenntnisse erwartet – dazu Deutsch in Österreich, Französisch in Frankreich, Italienisch in Italien. Norwegen und Finnland sind oft am englischfreundlichsten; manche französischen Resorts schätzen wegen ihrer internationalen Gästestruktur auch Türkisch oder Russisch.
Rechne mit einer Sechs-Tage-Woche, Schicht- oder Stoßzeitenarbeit und verpflichtender Anwesenheit über Weihnachten, Silvester und Ostern – genau die Wochen, in denen sonst niemand freinimmt.
Österreich: die höchsten Obergrenzen dank 13./14. Gehalt
Österreich legt für die meisten Tourismusberufe gesetzliche Mindestbruttolöhne fest, und Saisonkräfte erhalten meist anteilig auch das 13. und 14. Gehalt zusätzlich zum Monatslohn. Unterkunft und Verpflegung sind fast überall kostenlos. Grundkenntnisse in Deutsch sind Standard.
- Kellner/in: 2.100–3.500 € brutto. In Tirol werden rund 2.000–2.300 € gezahlt; eine Bar direkt an der Piste in Obertauern bietet 2.100 € netto für den Frühdienst (rund 3.000 € brutto) und für den Abenddienst rund 100 € mehr; Service in einer Skibar anderswo erreicht 2.500 € netto (~3.500 € brutto) vor Trinkgeld. Ein Chef de Rang in einem Salzburger Hotel kann 3.500 € brutto vor Trinkgeld erreichen.
- Koch/Köchin: 2.100–4.900 € brutto, die größte Spannbreite aller Positionen. Tirol: 2.165–3.300 € brutto. Kitzbühel: rund 2.900 € netto (~4.200 € brutto). Ischgl: 2.700–3.200 € netto (bis zu ~4.900 € brutto). Zell am See (Land Salzburg): rund 2.400 € netto.
- Rezeptionist/in: 2.200–3.000 € brutto, in Ischgl bis 3.000 € brutto. Deutsch und Englisch werden beide erwartet.
- Zimmermädchen/Housekeeping: 2.000–2.700 € brutto. Der gesetzliche Mindestlohn liegt bei 2.026 € brutto; in Salzburg und Tirol gefundene Anzeigen boten 1.900–2.050 € netto.
- Kinderbetreuung/Nanny: 20–30 €/Stunde über Agenturen, oder rund 2.000 € netto (~2.800 € brutto) für eine Live-in-Stelle in einem Vorarlberger Hotel.
- Skilehrer/in: 1.850–3.000 € brutto plus Trinkgeld, bei etwa 125 Arbeitsstunden im Monat. Katschberg beginnt bei 1.850 € brutto; im Brandnertal werden 2.750–3.000 € brutto gezahlt.
Frankreich: Überstunden werden bezahlt, und Trinkgeld summiert sich
Französische Saisonverträge sind gesetzlich auf 39 Stunden pro Woche gedeckelt, bevor Überstunden greifen (in bestimmten Zeiträumen bis zu 46 Stunden), mit einem Zuschlag von 20–50 % – meist zum Saisonende abgerechnet.
- Kellner/in: 2.000–3.000 € brutto plus Trinkgeld. Megève: 2.200–2.250 € brutto mit kostenloser Unterkunft und Verpflegung. Ein Chef de Rang in einer Hotelgruppe: 2.350–2.450 € brutto. Foren berichten von monatlichem Trinkgeld zwischen 800 und 2.000 €. Eine Restaurantleiter-Stelle in Les Menuires erreichte 4.200–4.500 € brutto, Englisch vorausgesetzt.
- Koch/Köchin: 2.300–3.500 € brutto – Restaurants und Pizzerien rund 2.300–2.500 €, Hotels bis 2.700 €. Ein Küchenchef, der eine Küche mit bis zu 1.000 Gedecken pro Tag leitet, kann 3.100 € brutto erreichen.
- Rezeptionist/in: 2.000–2.500 € brutto. Les Deux Alpes: 2.000–2.300 € brutto mit kostenloser Unterkunft und Verpflegung; Französisch ist neben Englisch Pflicht.
- Zimmermädchen/Housekeeping: 1.950–2.200 € brutto, abhängig vom Arbeitgeber und Französischkenntnissen; eine leitende Housekeeperin für 30–50 Mitarbeitende kann 2.450–2.542 € brutto erreichen.
- Kinderbetreuung/Nanny: 25–40 €/Stunde, oder bei Direktanstellung rund 2.500 € brutto/Monat – bis zu 2.600 € brutto für Kleinkinder, eher 2.100 € brutto für ältere Kinder. Unterkunft, Verpflegung und Transport übernimmt der Arbeitgeber.
- Chalet-Gastgeber/in: ab 2.167 € brutto, was nach Überstunden und Abzügen oft rund 1.500 € netto ergibt. Umfasst Betreuung, Kochen und Reinigung für bis zu 15 Gäste.
- Skilehrer/in: 55–80 €/Stunde, meist selbstständig (9.000–20.000 € pro Saison). Bei Direktanstellung rund 2.800 € brutto plus Mentoring-Bonus, mit kostenloser Unterkunft.
Italien: Angaben in Netto, ergänzt durch Boni
Italienische Stellenanzeigen geben meist Nettolöhne an, nicht brutto, und viele Arbeitgeber zahlen am Saisonende einen erfolgsabhängigen Bonus. Unterkunft, Verpflegung und teils Transport sind meist inklusive.
- Kellner/in, Bar: 2.000–3.600 € brutto plus Trinkgeld. Barjobs in Livigno beginnen bei rund 2.000–2.300 € brutto. Ein Hotel in Colfosco zahlt erfahrenen Kellnern mit Italienisch- und Englischkenntnissen 2.900–3.600 € brutto inklusive Unterkunft (eine Sommelier-Stelle im selben Hotel: 3.400–4.000 € brutto). Bei Toblach zahlt eine Winterstelle als Kellner/in 1.800 € netto (~2.800 € brutto); Forenschätzungen gehen von rund 400 € Trinkgeld pro Monat aus.
- Koch/Köchin: 2.500–3.500 € brutto. Eine Berghütte in Corvara sucht einen Küchenchef mit mindestens 5 Jahren Erfahrung ab 3.500 € brutto, plus Unterkunft, Verpflegung und Ein-Schicht-Tag. Eine Sous-Chef-Stelle nahe Cortina d'Ampezzo: 2.800–3.000 € brutto.
- Rezeptionist/in: 2.000–3.000 €. Nahe Cortina d'Ampezzo sind 1.500–1.800 € netto (bis ~2.800 € brutto) mit kostenloser Unterkunft üblich. Das Resort Bivio in Livigno sucht Rezeptionisten mit mindestens 4 Jahren Erfahrung ab 1.800 € netto. Italienisch und Englisch sind Pflicht, Deutsch und Russisch von Vorteil.
- Zimmermädchen/Housekeeping: 1.500–2.100 € brutto laut Kollektivvertrag der Branche; Anzeigen aus der Region Livigno liegen bei 1.800–2.100 € brutto. Italienisch ist erforderlich.
- Skilehrer/in: 1.500–4.000 €/Monat, meist pro Kurs als Selbstständige bezahlt, sodass der Verdienst mit den tatsächlich unterrichteten Stunden steigt.
Die Zahl im Angebot ist nicht dein tatsächliches Einkommen
Vergleicht man Länder nur nach Bruttolohn, wirkt Österreich als klarer Sieger – doch das blendet drei Faktoren aus, die dein reales Nettoeinkommen verändern:
- Unterkunft und Verpflegung. Fast jede der oben genannten Positionen umfasst kostenlose Mitarbeiterunterkunft und Verpflegung. Allein dieser Posten ist mehrere hundert Euro im Monat wert – und macht den Unterschied zwischen einer Saison, die sich rechnet, und einer, die es nicht tut.
- 13. und 14. Gehalt. Österreich zahlt diese anteilig sogar bei kurzen Saisonverträgen – praktisch ein eingebauter Bonus, den Frankreich und Italien standardmäßig nicht kennen. Wie das genau funktioniert, erklären wir in Das 13. und 14. Gehalt in Österreich verstehen.
- Trinkgeld. Bei Positionen mit Gästekontakt kann Trinkgeld mehrere hundert Euro im Monat zum Grundlohn hinzufügen – ist aber selten garantiert und fast nie im Vertrag festgehalten. Behandle Forenschätzungen also als Bonus, nicht als Zusage.
Wie sieht der Vergleich mit Slowenien aus?
Slowenische Stellenanzeigen im Tourismus geben nur selten überhaupt einen Lohn an, was einen direkten Vergleich erschwert. Laut Lohndaten des Statistischen Amts der Republik Slowenien (SURS) liegt der durchschnittliche monatliche Bruttolohn bei rund 1.505 € für Zimmermädchen, 1.619 € für Kellner, 1.786 € für Köche, 2.056 € für Rezeptionisten und 2.103 € für Kinderbetreuer/innen – überall unter dem, was dieselben Positionen diesen Winter im Ausland zahlen, noch bevor man kostenlose Unterkunft, Verpflegung und Österreichs 13./14. Gehalt einrechnet.
FAQ
Sind diese Zahlen brutto oder netto? Beides kommt am Markt vor – österreichische und französische Anzeigen geben meist brutto an, italienische häufiger netto. Wir haben jede Zahl oben entsprechend gekennzeichnet; vergleiche Angebote immer, indem du den Arbeitgeber fragst, welche Angabe dir gezeigt wird und was (falls überhaupt) für Unterkunft abgezogen wird.
Zählt Trinkgeld zu meinem Einkommen? Bei Positionen mit Gästekontakt kann es spürbar zum Einkommen beitragen, ist aber selten garantiert. Plane mit dem Grundlohn und betrachte Trinkgeld als zusätzlichen Bonus.
Ist Österreich wirklich die bestbezahlte Option? Für die meisten Positionen ja – vor allem wegen des verpflichtenden 13. und 14. Gehalts, weniger wegen eines deutlich höheren Monatslohns. Rechnet man Frankreichs Überstundenbezahlung und Trinkgeldkultur oder Italiens Saisonendboni ein, verringert sich der Abstand bei manchen Positionen.
Muss ich die Landessprache sprechen, um eingestellt zu werden? Für Positionen mit Gästekontakt werden im jeweiligen Land Grundkenntnisse in Deutsch, Französisch oder Italienisch erwartet, auch wenn rein englischsprachige Stellen vorkommen – besonders in Norwegen und Finnland. Gib dein Sprachniveau in der Bewerbung offen an, statt zu hoffen, dass es nicht zur Sprache kommt.
Bevor du ein Angebot annimmst
Ein guter Lohn auf dem Papier ist nur die halbe Wahrheit – Details zu Unterkunft, Arbeitszeit und tatsächlichen Abzügen sind genauso wichtig. Wenn du sehen willst, was aktuell angeboten wird, statt mit Durchschnittswerten zu vergleichen, durchstöbere offene Saisonstellen auf seasonhop.com/jobs oder wirf einen Blick in unsere Worker-Studie auf seasonhop.com/en/research.